Albert Einstein hatte schon als 16-Jähriger einen "Einfall", ein Bild von entscheidender Bedeutung für seine Relativitätstheorie:
"Wie wäre es, wenn ich neben einem Lichtsrahl herlaufen würde?"
Statt dieses, für viele möglicherweise sinnlose, Bild wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen, spielte Einstein mit diesem "Bild" 10 Jahre lang.
In seinen "Spielen" kam auch diese Variante vor:
"Wenn ich an der Spitze des Lichtstrahls nebenherlaufe und vor mir einen Spiegel halte, würde ich mich da im Spiegel sehen können?"
"Logisch" betrachtet sollte dies unmöglich sein, da die Lichstrahlen, die das Gesicht verlassen, schneller als Lichtgeschwindigkeit sein müssten, um den Spiegel zu erreichen.
Aus für ihn unerklärlichen Gründen "fühlte" Einstein, dass er mit dieser Antwort nicht zufrieden sein konnte. Nach Jahren endlich konnte Einstein sein "Gefühl" auch mathematisch formulieren. Die Relativitätstheorie war geboren!
Für ihn war mit dieser Erfahrung klar, "dass das Erfinden kein Werk logischen Denkens ist, auch wenn das Endprodukt an die logische Gestalt gebunden ist".
Ludwig Boltzmann, der österreichische Physiker, brachte sein Erstaunen über die Einfachheit und Genialität der mit dieser Frage zum ausdruck:
"War es ein Gott, der diese Gleichungen schrieb?"
Dem schottischen Physiker Maxwell gelang es in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts, alles was damals über Elektrizität und Magnetismus bekannt war, in vier kurzen, einfachen Gleichungen zusammenzufassen. Erstaunlich war, dass Maxwell mit diesen Gleichungen Phjänomene voraussagen konnte, die zum Teil erst nach Maxwells Tod entdeckt wurden.
Auch Maxwells Vorgehensweise war es, in einfachen Bildern zu denken. Mit Wirbeln und/oder Zahnrädern begann er, Elektrizität und Magnetismus zu verstehen. Bald kam er zu der Erkenntnis, dass sich diese Wirbel mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiteten. Dies war insofern überraschend, als damals noch niemand eine Verbindung zwischen Licht, Elektrizität und Magnetismus vermutete. Darauf war es nur noch ein kurzer Weg, bis man das jahrhundertelang unerklärbare Phänomen des Lichtes als Ausbreitung elektromagnetischer Wellen erklären konnte.
Man müsse "die Ergebnisse früherer Untersuchungen auf eine dem Verstande möglichst leicht zugängliche Form bringen", schrieb er.
Bilder schaffen, was der logische Verstand nur mit Mühe hervorbringt, wenn überhaupt.
Kreativität, Erfindungsreichtum scheint an die Fähigkeit, in Bildern denken zu können, gebunden zu sein. Wenn dem schon so ist, dann liegt es doch nahe, das Denken in Bildern zu intensivieren bzw. zu trainieren.
Hier eine einfache, aber wirkungsvolle Übung zum Schulen des bildhaften Denkens:
|
Ein Partner darf auch schon mal Details nachfragen, wenn Unerfahrene das Bild zu oberflächlich beschreiben. Ziel ist, die Bilder mit allen Sinnen zu beschreiben.
Beispiel:
Übender: "Ich sehe eine große Wiese vor mir."
Partner: "Wie hoch ist das Gras?"
Übender: "Das Gras reicht mir etwa bis zum Knie."
Partner: "Was riechst du?"
Übender: "Ich rieche ...hm... frisch geschnittenes Gras."
Partner: "Wo kommt dieser Geruch her?"
usw usf ...
Übrigens, Kinder geniessen es, Eltern ihren Bilderstrom zu ver"anschaulichen" und Eltern bemerken so ganz nebenbei, wie unterschiedlich die innere Welt ihrer Kinder doch aussehen kann.
In meinen Seminaren achten Sie auf Formulierungen, die beim Zuhörer bzw. Gesprächspartner den Bilderfluss anregen und zusätzlich positives emotionales Empfinden auslöst.
Im Seminar "Überzeugen mit Rhetorik
" üben Sie, mit den Argumentklassen Logos, Ethos, Pathos zu argumentieren, mit denen Sie je nach Zielgruppe Verstand, Gerechtigkeitssinn oder Gefühle ansprechen.
Im Seminar "Konstruktive Gespräche
" testen Sie Ihre Fähigkeiten, diese Ebenen in verschiedenen Gesprächssituationen wirken zu lassen.
Bis auf weiteres finden Seminare nur noch auf Anfrage von Unternehmen und/oder Veranstaltern statt .